Drei Fragen an: Paul Peters, Geschäftsleiter der Pebako Gruppe
Paul Peters PEBAKO

Paul Peters gründete 2013 die Theodor Invest GmbH mit dem Ziel, eigene Bauvorhaben und Immobilienprojekte entwickeln und verkaufen zu können, als auch als Generalunternehmer tätig zu sein. 2016 wird aus marketingstrategischen Gründen beschlossen, die unterschiedlichen Unternehmensnamen zu einer starken Marke zu vereinheitlichen um die Leistungen der Gruppe effektiver kommunizieren zu können. Heute ist die Pebako Gruppe eine Unternehmensgruppe, die Wohnbauprojekte in Südbaden, von der Schweizer Grenze bis nach Offenburg, realisiert.

Was bestimmt letztendlich den Preis einer Immobilie? Lage? Erbauungsdatum? Ausstattung? Grundstückspreis? Gesetzliche Vorschriften?

Vor allem die Nachfrage in der jeweiligen Lage bestimmt den Preis und natürlich das Angebot in dieser jeweiligen Lage. Das Erbauungsdatum spielt eine Rolle bei Bestandsimmobilien: Ein 60iger-Jahre Bau ist günstiger als davor oder danach. Grund: die Bausubstanz war in den 60ern einfach und qualitativ minderwertiger; dafür spielt die Ausstattung eine untergeordnete Rolle für den Preis. Es gilt also: Zuerst die Nachfrage in der jeweiligen Lage, dann die Bauausführung, dann die Ausstattung.

Wichtig ist aber auch der Grundstückspreis, das ist ein ausschlaggebender und gewichtiger Punkt, preistreibend in den letzten Jahren, da Grundstücke knapp und teurer sind. Man kann sagen: der Grundstückspreis hat eine Auswirkung von 30 Prozent.

Auch gesetzliche Vorschriften spielen eine Rolle: Die EnEV, die immer höhere Standards vorschreibt, wirkt sich auf die Teuerung aus. Der Wegfall von KFW 70 und der Trend hin zu KFW 55 – verteuert ebenso die Immobilie.

In Südbaden steigt die Nachfrage nach Wohnraum. Abgesehen von den oben genannten Faktoren: gibt es denn überhaupt noch genügend Grundstücke, die bebaubar sind? Weisen die Kommunen ausreichend Neubaugebiete aus? Was halten Sie von Ideen wie Innenverdichtung, Dachausbau, Aufstockungen?

Nein, es gibt nicht genügend Grundstücke, sonst wäre der Preis stabil geblieben; Fakt ist: das Angebot ist rar, es gibt nicht genügend Neubaugebiete. Gerade Grundstücke für Geschosswohnungsbau werden selten ausgewiesen und bei der Verdichtung sind die Hürden zu hoch um schnell Wohnraum realisieren zu können. Innenverdichtung, Dachausbau, Aufstockungen sind langwierig, die Arbeit mit den Behörden ist komplex – hier steht die Absicht der Stadtverdichtung im Gegensatz zu den Vorschriften und auch entgegen den weniger gewillten Behörden, hier in einem überschaubaren Zeitraum Taten folgen zu lassen.

Angesichts der Nullzinspolitik fliehen viele ins „Betongold“: besteht die Gefahr, dass sich eine Blase bildet, die auch platzen kann? Kauft man heute eventuell zu teuer? Würden Sie heute eine Immobilie erwerben?

Ja, die Gefahr einer Blase besteht insofern, dass in 10 bzw. 15 Jahren die überteuert gekauften Immobilien nicht finanzierbar sein werden in Zeiten einer Umfinanzierung. Solange jedoch die Nachfrage stabil bleibt, ist bei einem Scheitern der Umfinanzierung auch die Immobilie ohne Verlust vermarktbar. Sprich: Ich sehe derzeit keine Gefahr einer Immobilienblase in unserer Region – jedoch eine Gefahr in 15 Jahren einer untragbaren Umfinanzierung.

Und: man kauft heute teuer – jedoch im Vergleich gibt es auch nichts Günstigeres und wenn, dann hat das seinen Grund und diese Immobilien sind auch langfristig im Angebot – sprich: Ladenhüter. Somit ist die Schlussfolgerung: Es wird teuer gekauft, weil man auch neben der Lage auf den aktuellen Stand der Technik sein will. Ich würde daher eine Immobilie kaufen, denn Wohnraum ist in unserer Region sehr gefragt. Mit einer Immobilie kann man nur gewinnen.

Quelle: Südbadisches Medienhaus, 2. Mai 2018